12. Februar 2012

Oda Krohg – Treffen mit einer bemerkenswerten Frau

von Christine Bornkessel

Da hält ein etwas lebensälter aussehender Vater seine junge, blonde Tochter leicht umschlungen – ein Bild, das jeden Betrachter emotional berührt. Eigentlich ist diese Szene nichts besonderes. Heute ganz sicher nicht, aber das zuvor beschriebene Bild von Oda Krohg entstand 1891 – und damals war die geschilderte Szene ganz sicher bemerkenswert. Aber nicht nur dieses eine Gemälde der damals 31jährigen norwegischen Landschafts- und Portraitmalerin aus dem Kreis um Edvard Munch ist außergewöhnlich. Die ganze Lebens- und Schaffensgeschichte der engagierten jungen Frau, die eines ganz sicher nicht war – angepasst – liest sich wie ein Stück moderner Zeitgeschichte, entstammt sie aber doch einem ganz anderen Jahrhundert.

Parallel zur „großen“ Ausstellung mit Werken von Edvard Munch zur Wiedereröffnung der Kunsthalle bot die Kunstsammlung in der Böttcherstraße eine Darstellung der Kunst von Oda Krohg. Der Marketing Club Bremen bekam die Gelegenheit, drei Tag vor Ende der Ausstellung diese bemerkenswerte Frau über eine Auswahl ihrer Gemälde kennenzulernen, und wie allgemein die Einschätzung war, lieben zu lernen. Unter der exzellenten Führung und Begleitung von Christine Holzner-Rabe erfuhren die Gäste viele Details über das gewöhnliche Leben von Frauen und Männern zu diesem Zeitpunkt und im Gegensatz dazu von dem Oda Krohg’s. Frau Holzner-Rabe gelang es durch ihre lebendige, humorvolle und kompetente Art der Erläuterung der Bilder den Eindruck zu erzeugen als würde die Malerin aus Asgardstrand selbst über ihr Leben und ihr Schaffen berichten. Es war ein Genuss, diese Symbiose aus Sehen und Hören zu erleben und dadurch in die farbenfrohe und spannende Welt der Malerin und ihrer Werke eintauchen zu dürfen.

 

Aber neben der Kunst kam auch das Marketing der Ausstellung nicht zu kurz. Durch Dr. Franz Laukötter erfuhren die Gäste und Mitglieder, dass sich die Kooperation der Kunstsammlung mit der Kunsthalle sowie die thematische Kopplung der beiden Ausstellungen mehr als gelohnt und ausgezahlt hatten. Sehr bewusst hatte man den Titel „Malerin und Muse im Kreis um Edvard Munch“ gewählt. Das lockte viele Gäste an, obwohl nach dem Besucher der Ausstellung wohl die überwiegende Zahl der Besucher verstanden hatte, dass die Malerin auch ohne jeglichen „Link“ ganz für sich allein ein echtes Erlebnis war.

 

Oda Krohg (1860-1935), norwegische Landschaft- und Portraitmalerin, war zusammen mit Edvard Munch eine zentrale Figur der Künstler-Bohème in Kristiania (dem heutigen Oslo) und galt zu ihrer Zeit als „Prinzessin der Bohème“. Sie brach mit den damals starren gesellschaftlichen Konventionen, um sich ganz der Malerei zu widmen. In Skandinavien wird sie als eine wichtige Künstlerin der Jahrhundertwende geschätzt.

In einer exklusiven Führung durch Christine Holzner-Rabe – für den Marketing-Club Bremen und seine Freunde – erlebten wir das Werk Oda Krohgs (1860 – 1935). Neben Gemälden und Zeichnungen von Oda Krohg wird die Ausstellung ergänzt durch Grafiken von Edvard Munch, die in Porträts und vielsagenden Szenerien das Boheme-Leben spürbar machen. Die Ausstellung zeigt eine selbstbewusste Pionierin der Moderne, die ihresgleichen sucht. Für Mitglieder des Marketing-Club Bremen war diese Ausstellung die ideale Ergänzung des ebenfalls exklusiven Munch-Abends in der Kunsthalle.
Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es unter: www.boettcherstrasse.de


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