Katharina Starlay analysiert die Eckpfeiler erfolgreicher, vorstandssicherer Kleidung und vermittelte den Gästen des Marketing-Clubs am 16. September die richtigen Strategien für ein stilsicheres und powervolles Auftreten.Die Inhaberin der Firma Starlay* Corporate Couture, schöpft aus 25 Jahren Erfahrung in Mode, Kosmetik und Firmenkultur.
Im WESER-KURIER vom Sonntag, 20.September berichtet Redakteurin Annemarie Struß-von Poellnitz vom Vortrag der Stilberaterin. Wir freuen uns sehr, Ihnen den Artikel hier auszugweise vorstellen zu dürfen:
“Dresscodes in der Wirtschaft folgen strengen Regeln und Katharina Starlay
ist ihre Zeremonienmeisterin. Die Modedesignerin berät Unternehmen in Corporate Couture oder profaner: bei der Anschaffung von Firmenkleidung. Profan sieht sie ihr Metier ganz und gar nicht. Kleidung ist für Starlay ein Erfolgsfaktor, für Unternehmen sowieso, die dieses Marketing Tool noch gar nicht richtig wahrgenommen hätten, sagt sie. Aber auch für jede Businessfrau, die in der Geschäftswelt punkten will. Dass der Beratungsbedarf für Männer mindestens genau so groß ist: geschenkt, jedenfalls für dieses Mal. Denn Starlay referierte jetzt in Bremen auf Einladung des Marketing -Clubs vor 75 überwiegend jungen Frauen über Power Dressing.
Die Power, also die Energie, soll dabei von der Kleidung – der richtigen Kleidung! – auf die Trägerin übergehen. Farbe, Form, Material: eine Wissenschaft für sich. Starlay verschaffte ihren Zuhörerinnen immerhin einen kleinen Einblick und brachte ihnen so schöne Begriffe wie Knittererholung, Scheuertouren und Pillingneigung doch immerhin ein bisschen näher. Zuerst jedoch wurde es grundsätzlich, der Bedeutung des Themas angemessen. Denn der erste Eindruck zählt. Was wir sagen, macht nur sieben Prozent vom Gesamteindruck aus, sagte Petra Bromund, Präsidentin des Marketing Clubs in der Einführung. Wie wir es sagen, zählt schon mehr: 38 Prozent vom Gesamteindruck gehen auf Kosten von Tonhöhe und Stimmlage. Die Optik macht 55 Prozent aus: Gestik, Mimik Kleidung. „Damit ist Kleidung ein entscheidender Erfolgsfaktor“, so Bromund. Wir Frauen sind geneigt, das zu glauben. Erst jüngst wieder hat eine Studie offenbart, das die Durchschnittsfrau rund 287 Tage ihres Lebens mit der Suche nach dem optimalen Outfit verbringt, 16 Minuten täglich für die Arbeitsbekleidung, 20 Minuten für die Ausgehgarderobe. Was nützt die beste Powerpoint-Präsentation, wenn das Power-Dressing nicht stimmt? „Kleidung und Aussehen sind ein Kommunikationsthema“, versicherte die Referentin, „und Sie sind der Sender“. Wir sind geneigt, auch das zu glauben und gehen also auf Sendung, beziehungsweise lassen uns unterweisen, wie wir welche Signale aussenden können. Und hier beginnt die wissenschaftliche Profession von Katharina Starlay. Zuerst die Schocktherapie: ein Foto von Hillary Clinton 2007 im Wahlkampf, in orange-farbener Powerjacke neben ihrem dezent dunkelblaugrau gekleideten Widersacher Barack Obama. Farbe ist gut, sagt Starlay, damit können Frauen punkten, aber die Farbe muss zum Farbtyp passen. Farbanalyse! Frühling, Sommer, Herbst oder Winter? Hillary weiß es offensichtlich nicht. Noch schlimmer: Die Jacke endet genau am „Äquator“, dem breitesten Teil der Garderobe.
 ” _”
“Gnade vor den Augen der Modeberaterin findet Condoleeza Rice. „Toller Stil, aber die hat auch eine gute Stilberaterin.“ Außenministerin ist sie nicht mehr. Das ist jetzt Hilary Clinton. Wie konnte das passieren? Keine Frage, die Katharina Starlay bewegt, sondern: Was macht Kleidung so erfolgreich? Was ist Stil? Der Bedarf nach Antworten ist groß, das zeigte dieser Abend. Rock oder Hose? Wie lang, wie kurz? Hohe Schuhe, flache Schuhe, wie viel Schmuck? Fragen über Fragen, die Verunsicherung ist groß. Vom grundsätzlichen ging es fließend hinüber zum Pragmatischen, ja regelrecht Praktischen. Starlay offeriert das Hexagramm des Power-Dressing mit den sechs Polen Etikette, Passform, Farbe, Aufbau der Garderobe, Moderne Highlights und intelligente Stoffe. Und man muss sagen: Das hilft doch schon ein bisschen weiter und bringt System in den Kleiderschrank. Auch wenn man nicht in die tiefsten Tiefen der Scheuertouren (wie oft kann der Stein über den Stoff scheuern, bis er durch ist?) oder der Pillingneigung(Knöllchenbildung!) einsteigen will.
Starlay sieht ihren Vortrag auch ein bisschen als Lebenshilfe für junge Frauen, „die mit H&M oder Zara groß geworden sind“. Sie wissen nichts von Stoffgewicht und Verarbeitungsqualität. Moral von der Geschicht: Billig einkaufen kann teuer werden. Bei der Basisgarderobe (unbedingt in dezenten Farben) immer die beste Qualität kaufen, die man sich leisten kann, rät die Spezialistin. Sie hat auch eine eigene Business-Modelinie entworfen, in erster Linie für Unternehmen, die ihre Beschäftigten mit Berufskleidung zum Beispiel für Messeauftritte ausstatten. Und da legt sie Wert darauf, dass keine Billigware aus Fernost auf den Schneidertisch kommt, sondern europäische Wertarbeit, denn sonst stimmt die Energie nicht, die von der Kleidung ausgeht. „Mode ist nicht Stil“, gibt Starlay ihren Zuhörerinnen mit auf den Weg und rät ansonsten zu Selbsterkenntnis („Äquator“!) und Selbstkritik. Die eigenen Körperlinien erkennen, die Hose oder Bluse doch lieber eine Nummer größer kaufen, und was nicht ganz passt, passend machen lassen. Denn: „Ein guter Änderungsschneider ist das Geheimnis gut gekleideter Leute.“ Praktische Tipps der Expertin gab es auch für das darunter: Der Verschluss des BH’s muss auf halber Höhe des Oberarms sitzen, sonst ist er zu klein oder zu ausgeleiert. Oder der Inhalt zu schwer. Die Träger müssen dem Gewicht entsprechen, und „’ne Handvoll, das sind schon 200 Gramm.“
Starlay half auch bei den Themen Schuhe, Schmuck und Brillen. Genereller Rat: weniger ist mehr. Zuwenig ist aber auch nicht gut, bei Absätzen etwa: „In Ballerinas gehen Sie wie eine Ente.“ Highheels sind dagegen nur ratsam, wenn man sich sicher damit bewegen kann. Am Ende stand nach zähen Debatten über Hosenlängen und Knitterfalten immerhin fest: Es kommt drauf an, dass man sich wohlfühlt in seinem Dress. Dann wird das auch mit der Power.”
Einige Bilder der Veranstaltung finden Sie schon hier.












3 Kommentare
# 1 | Kommentar von Julia Fischer — 22. September 2009 um 10:14
Eine rundum gelungene Veranstaltung mit vielen wertvollen Tipps. Leider ist das Thema quasi unerschöpflich. Umso mehr freue ich mich, dass die Referentin den Veranstaltungsteilnehmerinnen die Vortragsfolien zur Verfügung stellt. Danke schön, Frau Starlay.
# 2 | Kommentar von Sabrina Glasmacher — 23. September 2009 um 12:15
Ich kann mich dem Kommentar von Frau Fischer nur anschließen: eine rundum sehr gelungene Veranstaltung, mit vielen aufschlussreichen Tipps, wie man sein Auftreten noch verbessern kann, nicht nur im Geschäfts- sondern auch im privaten Bereich. Vielen Dank für den tollen Vortrag, ich bin mir sicher, dass es nun einige sehr stilvoll und effektiv gekleidete Frauen in Bremen und Umgebung mehr gibt.
# 3 | Kommentar von Nadine Schneider — 30. September 2009 um 13:12
Sehr eindrucksvoll! Ich habe sogleich einige Teile aus meinem Schrank entfernt und neue Kleidung gekauft, die meine “Linien” unterstreichen. Ich fühle mich souveräner in meiner Kleiderauswahl.
Kommentar schreiben