15. April 2009

Nachhaltiges Wirtschaften – zu Gast bei Kraft Foods

von Juliane Veloso

Kraft Foods

8. April 2009, 8. Etage, im „Kraft-Turm“ gegenüber der Schlachte. In der Bel Etage der Verwaltungszentrale von Kraft Foods in der Langemarckstraße erwartete die rund 50 anwesenden Mitglieder des Marketing-Clubs  ein 180° Blick über Bremen und die Frage, was nachhaltiges Wirtschaften bedeutet. Silke Trösch, Director Corporate Affairs DACH von Kraft Foods, beantwortete diese anschaulich mit Beispielen aus der Unternehmenspraxis.

Kraft Foods ist mit 103.000 Mitarbeitern weltweit, über 180 Produktionsstätten und Produkten in mehr als 155 Ländern eines der Top 5 Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie. Außerdem ist das Unternehmen führend in den Segmenten Kaffee, Schokolade und Käseprodukte.

Ein großer Lebensmittelhersteller zu sein, bedeutet aber auch jede Menge Fragen zu erhalten. Fragen aus Wirtschaft, Politik und der Bevölkerung. Die Konsumenten möchten heute in Bezug auf industriell gefertigte Lebensmittel vor allem zwei Dinge wissen: „Was ist da eigentlich drin?“ und „Wo kommen die Zutaten her?“ Die zweite Frage wird zunehmend ethisch diskutiert, das heißt, Unternehmen werden in ihrem Handeln bewertet.

Um diesen Fragen gerecht zu werden und mehr Transparenz gegenüber den Verbrauchern zu schaffen, beschäftigt sich Kraft Foods seit Jahren intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Nachhaltigkeit ist definiert als „eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der jetzigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ (Brundtland-Bericht für UNO, 1987)

Mit dem sogenannten „Nachhaltigkeitsrad“ hat Kraft Foods ein Bild für seine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie geschaffen. Das Rad veranschaulicht die sechs Bereiche, in denen sich das Unternehmen engagiert, um eine kontinuierliche Verbesserung zu erzielen. Sie setzen sich wie folgt zusammen: Verkehr, Landwirtschaft, Verpackung, Abfall, Wasser und Energie. 
So wird beispielsweise im Kaffeewerk in Bremen-Hemelingen der bei der Produktion entstehende Kaffeegrund verbrannt. Dadurch kann die Energie genutzt und Abfall vermieden werden. Im Philadelphia Werk in Bad Fallingbostel nutzt man Kondensate aus der Käseproduktion zur Kühlung. Aber nicht nur bei Produktionsprozessen setzt das „Nachhaltigkeitsrad“ an. Auch die Verpackung der Milka Schokolade wurde einem Prüfprozess unterzogen. Früher war eine Tafel Milka Schokolade in Alufolie gepackt und zusätzlich mit Papier umwickelt. Heute nutzt Kraft Foods eine Kunststofffolie, das sogenannte Flowpack. Durch diese Umstellung ist es dem Unternehmen gelungen, 60 Prozent Verpackungsmaterial einzusparen. Schließlich wird mit dem Jacobs „Kaffee-Zug“, auch Logistikzug genannt,  seit über 15 Jahren durchschnittlich zwei mal wöchentlich Rohkaffee von Bremen direkt zu den Werken transportiert. Dadurch spart das Unternehmen ca. 100.000 LKW-Fahrten pro Jahr und damit rund 35.000 Tonnen CO2.

Besonderes Engagement zeigt Kraft Foods in der nachhaltigen Entwicklung von Kaffee. Ein wichtiger Kooperationspartner in diesem Bereich ist die Rainforest Alliance. Seit 1993 lässt Kraft Foods einen wachsenden Teil seiner verarbeiteten Kaffee- und Kakaobohnen von der unabhängigen Umweltschutzorganisation zertifizieren. Von 2004 bis 2008 konnte das Volumen von 3.000 auf 30.000 Tonnen verzehnfacht werden. Die Produkte Jacobs „Milea“ für den Einzelhandel und „Nachhaltige Entwicklung“ für die Gastronomie aus dem Hause Kraft Foods sind zu 100% aus nachhaltigem Kaffeeanbau produziert.

Der Gedanke der nachhaltigen Entwicklung ist allerdings bei weitem nicht neu. Bereits Anfang der 80er Jahre waren im so genannten „Eine Welt Laden“ Produkte, die nach nachhaltig produziert wurden, erhältlich. Auf dem Weg von der Nische zum Mainstream vergingen jedoch einige Jahre. Heute ist am Beispiel von McDonalds deutlich zu sehen, dass nachhaltige Entwicklung von Produkten für jede Zielgruppe interessant und relevant ist. McDonalds schenkt mittlerweile in rund 1.300 Filialen in Deutschland ausschließlich 100% Rainforest Alliance zertifizierten Kaffee aus. Und dieser Kaffee wird von Kraft Foods hergestellt und als Jacobs Kaffee verkauft.

Nachdem Silke Trösch die verschiedenen Nachhaltigkeitsaktivitäten von Kraft Foods vorgestellt hatte, wies sie abschließend darauf hin, dass der Anteil nachhaltig erzeugter Produkte im Supermarktregal nur dann wachsen könne, wenn auch der Konsument sie vermehrt kaufen würde. So könne schließlich auch der Verbraucher durch seine bewusste Kaufentscheidung seinen Beitrag zu mehr Umweltschutz und gerechterer Behandlung von Kaffeebauern in den Anbaugebieten leisten. Dass nachhaltiger Kaffee nicht nur ethisch wertvoll ist, sondern auch gut schmeckt, davon konnten sich die Gäste im Rahmen einer Degustation überzeugen.

Impressionen des Events finden Sie in unserer Bildergalerie.


2 Kommentare

  1. Bewußte Entscheidung zu nachhaltigen Produkten können jetzt auch die Mitarbeiter von Kraft bei anderen Produkten unterstützen. In der Kantine gab es heute Seelachs aus nachhaltiger Fischerei – sehr lecker und ich habe mich bewußt dafür entschieden.

  2. Ich finde es wirklich unheimlich löblich, dass ein riesiger Konzern wie Kraft Foods vermehrt auf die Verwendung nachhaltiger Produkte ausgerichtet ist. In naher Zukunft wird die Frage der Nachhaltigkeit immer wichtiger für den Endverbraucher. Selbst bei leichten Mehrkosten werden Verbraucher, die sich ihrer Einkäufe bewusst sind, für Produkte aus nachhaltigem Anbau entscheiden…

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